Wir laden ein zum Vortrag:

Der Betroffenenrat

Fachgremium beim Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Referentin: Renate Bühn
Mitglied im Betroffenenrat, Diplom-Sozialpädagogin, Künstlerin

Zeit: Montag, den 5. Dezember 2016 um 18:00 Uhr
Ort: Jugendamt (7. OG) Stadthaus in der Westendstr. 17
67059 Ludwigshafen am Rhein (Nähe Hauptbahnhof)

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns aber über jede Spende zur Unterstützung unserer Arbeit gegen sexualisierte Gewalt. Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung.

zur Veranstaltung:

Der Betroffenenrat hat sich im März 2015 konstituiert und versteht sich als Expert*in mit vielfältigem Fachwissen. Alle 15 Mitglieder haben selbst sexualisierte Gewalt in unterschiedlichsten Kontexten erlebt und arbeiten beruflich und/oder ehrenamtlich zu diesem Thema.

Das Ausmaß und die Dunkelziffer von Sexuellem Missbrauch ist auch nach über 30 Jahren Öffentlichkeit und Schweigen brechen unverändert hoch. „Wir wollen Ursachen, Folgen, Ausmaß und Dunkelziffer von sexualisierter Gewalt gegen Mädchen, Jungen, trans*- und inter*geschlechtliche Kinder und Jugendliche grundlegend in den Blick nehmen, Schutz und Unterstützung für Betroffene in den Mittelpunkt stellen“, so der Betroffenenrat. Die Belange möglichst vieler Betroffener und deren Fachkompetenz sollen auf Bundesebene Gehör finden und öffentlich sichtbar werden.

In seiner 1,5-jährigen Tätigkeit hat der Betroffenenrat neben seiner beratenden Tätigkeit öffentlich zu unterschiedlichen Themen Stellung bezogen, z. B. zum Reformbedarf der Rechtslage und des Opferentschädigungsgesetztes, zur langfristigen Sicherstellung aus dem Ergänzenden Hilfessystem (EHS) oder zur unzureichenden psychosozialen Versorgungslage für Betroffene.

Die Ziele und Forderung wie

  • Verbesserung der Hilfssysteme für Betroffene
  • Reformbedarf des Sexualstrafrechts und der Strafprozessordnung
  • Verankerung von Schutzkonzepten und Prävention gegen sexualisierte Gewalt in allen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche
  • Forschung und Aufarbeitung von Sexuellem Missbrauch

werden Themen der Veranstaltung mit anschließender Diskussion sein.

Die Referentin Renate Bühn, Mitglied im Betroffenenrat, ist Diplom-Sozialpädagogin, Bildungsreferentin und freischaffende Künstlerin.

Seit 30 Jahren ist Bühn in der politischen Selbsthilfe und Prävention aktiv; sie gründete die erste Selbsthilfegruppe und Beratungsstelle Wildwasser Darmstadt mit. In ihrer Wanderausstellung (2001) Was sehen Sie, Frau Lot? setzt sie sich künstlerisch mit sexualisierten Gewalterfahrungen auseinander - gegen Täterschutz. www.renatebuehn.de

Anmeldung und Infos: Wildwasser und Notruf Ludwigshafen e. V.
Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen
Falkenstraße 17-19 in 67063 Ludwigshafen
Tel.: 0621 - 628165
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kooperationsveranstaltung mit den
Gleichstellungsstellen des Rhein-Pfalz-Kreises

Logo: Rhein Pfalz Kreis

und der Stadt Ludwigshafen am Rhein

logo stadt ludwigshafen


 

Vortrag zur Frauenbewegung: Viel erreicht - wenig gewonnen

Armut erhöht für Frauen die Gefahr, Opfer von (sexualisierter) Gewalt zu werden. Daran haben weder neue Gesetze noch die Einrichtung von Frauenhäusern und Beratungsstellen etwas ändern können. Diese Feststellung stand im Mittelpunkt des Vortrags der Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Regina-Maria Dackweiler von der Hochschule RheinMain in Wiesbaden über Frauenarmut und sexualisierte Gewalt.

Im Rahmen der Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag war die Referentin vom Verein Wildwasser und Notruf Ludwigshafen, dem DGB Vorder- und Südpfalz und der Gleichstellungsstelle der Stadt eingeladen worden. In ihren Ausführungen verwies sie zunächst auf die Erfolge der neuen Frauenbewegung. Das Gewaltschutzgesetz beispielsweise, Frauenhäuser und Beratungsstellen tragen heute zum Schutz von Frauen und Kindern bei. Tatsache aber ist auch: Die sexualisierte Gewalt hat nicht abgenommen. Das geht eindeutig aus der bundesdeutschen Untersuchung von 2004 und der europaweiten Untersuchung von 2014 hervor. Noch immer gilt, dass jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt wird.

Als einen der Gründe nannte die Referentin die relative Armut von Frauen, relativ im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen in der Gesellschaft. Frauenarmut werde durch strukturelle Bedingungen hervorgerufen, die individuell kaum zu überwinden seien. Dazu gehören das Steuerrecht für Ehepaare, die Zuständigkeit der Frauen für die unbezahlte Familien- und Pflegearbeit sowie der dadurch bedingte geschlechtsspezifische Arbeitsmarkt. Frauen verdienen weniger, arbeiten Teilzeit und folglich ist auch ihre Rente niedriger. Daher sehen sie sich häufig gezwungen, in Gewaltverhältnissen auszuhalten, weil sie mit der Scheidung in Armut abgleiten würden. Alleinerziehende Mütter gehören heute mit zu dem ärmsten Personenkreis in unserer Gesellschaft. Die rege Diskussion am Ende des Vortrags zeigte, wie sehr sich die anwesenden Frauen der angesprochenen Probleme bewusst waren.


Im Rahmen der Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag lädt Wildwasser und Notruf Ludwigshafen e.V. ein zum Vortrag "Frauenarmut und (sexuelle) Gewalt gegen Frauen".

Termin: Freitag, 11. März 2016, 18 Uhr
Ort: Verdi-Haus, Kaiser-Wilhelm-Straße 7
Eintritt frei.

Der Vortrag stellt zunächst aktuelle Fakten und Daten zum Thema Armut und Misshandlung sowie sexualisierte Gewalt gegen Frauen vor.
Sodann wird nachgezeichnet, welche strukturellen Bedingungen und Dimensionen vorhanden sind, um zu verstehen, wie Gewalt von Männern gegen Frauen eingebettet ist in hierarchische Geschlechterverhältnisse.
Um den Zusammenhang zwischen Armut von Frauen und Gewalt gegen Frauen zu verstehen, werden Überlegungen zu Geschlechternormen und geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen vorgestellt. Geschlechternormen und geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen bestehen auf der einen Seite fort, andererseits gibt es aber auch Verschiebungen.
Diese Überlegungen sind gedacht als Impuls für eine vertiefende Diskussionen.

Die Referentin, Frau Prof. Dr. Regina-Maria Dackweiler, lehrt und forscht mit dem Schwerpunkt "gesellschaftliche und politische Bedingungen Sozialer Arbeit" an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Zu ihren Themen zählen u.a. (Trans)nationale Frauenbewegungen, Gleichstellungspolitik / Gender Mainstreaming, Gewalt im Geschlechterverhältnis, wohlfahrtsstaatliche Geschlechterpolitik, FrauenMenschenrechte, feministische Methodologie- und Methodendiskussion.

Die Veranstaltung wird organisiert von Wildwasser und Notruf Ludwigshafen e.V., DGB Region Vorder- und Südpfalz und der Gleichstellungsstelle der Stadt Ludwigshafen am Rhein.


Der Fonds Sexueller Missbrauch will Betroffenen helfen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuellen Missbrauch im familiären Bereich erlitten haben und noch heute unter dessen Folgewirkungen leiden. Die Antragsfrist wurde aufgehoben: Betroffene können Sachleistungen in Höhe von bis zu 10.000 Euro beantragen. Voraussetzung für Hilfemaßnahmen ist immer, dass ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen dem sexuellen Missbrauch und den heute noch vorhandenen Folgen zu erkennen ist. Die beantragten Hilfen müssen dazu geeignet sein, die noch andauernden Folgen des Missbrauchs zumindest zu mindern.

Unterstützung bei der Antragstellung erhalten Sie bei uns in der Fachstelle von Wildwasser und Notruf Ludwigshafen e.V.. Gesondert geschulte Fondsberaterinnen für Rheinland-Pfalz finden Sie beim Frauennotruf Mainz und Frauennotruf Westerburg.

Weitere Informationen:

Die Landesarbeitsgemeinschaft der autonomen Frauennotrufe Rheinland-Pfalz setzte sich für eine Verlängerung des Fonds Sexueller Missbrauch ein. Die ausführliche Stellungnahme können Sie hier lesen: pdfzum Download


... für großzügige 1.200 Euro, die wir von den Schülerinnen der BBS Technik 2 im Rahmen ihrer Adventsaktion gespendet bekommen haben.

Vielen Dank!

BBS2 Klasse

Foto: BBS Technik 2